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Psychotherapie

Manchmal scheint es, als hätten wir keine Kontrolle über unser Leben. Unser Einfluss auf die Umstände, unter denen wir aufgewachsen sind, die gesellschaftlichen Normen und Grenzen unseres Kulturkreises und die zwischenmenschliche Dynamik ist begrenzt, daher empfinden wir diese Aspekte leicht als unüberwindliche Hindernisse. Tatsache ist, dass wir nur wenige Aspekte unseres Lebens wirklich steuern können. Dennoch verfügen wir über die Fähigkeit zu tiefgreifender, umfassender persönlicher Selbstbefähigung.

Unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen bilden ein miteinander verbundenes Dreieck, in dem jedes Element die anderen beeinflusst. Bestimmte ungünstige Lebensumstände, Verhaltens-und Denkmuster so zu verändern, dass belastende Symptome nicht mehr entstehen müssen, das ist Ziel der Therapie.

Verhaltenstherapie: Hilfe zur Selbsthilfe
Gerade bei psychischen Störungen wie Depression, Ängsten, Zwängen oder Phobien zeigen wissenschaftliche Studien, dass die Verhaltenstherapie hochwirksam ist und gute Behandlungserfolge erzielt. Mit „Verhalten“ ist nicht nur das sichtbare Verhalten eines Menschen gemeint. Vielmehr zählen hierzu auch innere Prozesse wie Gedanken, Gefühle sowie körperliche Reaktionen. Die Verhaltenstherapie fußt auf den sogenannten Lerntheorien. Ein Kerngedanke der Verhaltenstherapie ist, dass die Art und Weise wie wir denken größtenteils gelernt wurde, jedoch nicht immer hilfreich ist. Unser Denken, wie wir uns fühlen und verhalten wie auch die Art, wie wir körperlich reagieren, ist maßgeblich durch unsere Gedanken bestimmt. Daher wird bei einer Verhaltenstherapie nicht nur am konkreten und sichtbaren Verhalten gearbeitet, sondern im Besonderen an dysfunktionalen Denkmustern. In der therapeutischen Arbeit identifizieren und hinterfragen wir gemeinsam solche „nicht hilfreichen“ Einstellungen, Gedanken, Bewertungen, Interpretationen und Überzeugungen sowie auslösende Bedingungen für belastende Verhaltensweisen. Der Therapieprozess zeichnet sich durch ein aktives Erproben von neuen Verhaltens-, Denk - und Erlebensweisen sowie Problemlösungsstrategien aus.

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Eine der wichtigsten Botschaften für die die Bezeichnung ACT steht lautet: akzeptieren, was außerhalb der persönlichen Kontrolle liegt, und sich gegenüber sich selbst zu einem Handeln zu verpflichten, welches das Leben bereichert. Durch ACT kommen Sie mit dem in Berührung, was wirklich zählt: der Mensch zu werden, der Sie sein wollen, und das zu tun, was Ihnen (wirklich) wichtig ist. Durch die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen wie: Was ist Ihnen in der Tiefe Ihres Herzens wirklich wichtig? Für was soll Ihr Leben stehen? Woran sollen sich die Menschen erinnern, wenn Sie diesen Planeten einmal verlassen? sollen individuelle Grundwerte erschlossen werden, von denen Sie sich dann leiten und zu Verhaltensänderungen motivieren und inspirieren lassen. Das ACT - Verfahren ist ein verhaltenstherapeutischer Ansatz, der von dem amerikanischen Psychiater Steven C. Hayes² in den 1990er Jahren entwickelt wurde.

²Hayes, Steven C., Kirk D. Strosahl, Kelly G. Wilson: Acceptance and Commitment Therapy, 2nd ed.: The Process and Practice of Mindful Change, Guilford Press, 2011, ISBN 978-1-60918-962-4

Die Schematherapie geht davon aus, dass Menschen im Verlauf ihres Lebens Muster (Schemata) erwerben. Diese Muster bestehen aus Gedanken, Gefühlen, Verhalten und Körperempfindungen. Diese Muster bestimmen weitgehend den persönlichen „Blick auf die Dinge“ und gestalten maßgeblich unser Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen. Diese Schemata sind neuropsychologisch in unserem Gehirn als Netzwerk verankert. Es werden verschiedene dysfunktionale Schemata beschrieben, die unser Leben beeinflussen - positiv wie negativ. Dies geschieht in der Regel „automatisch“, also ohne bewusste Absicht. Wenn wir beispielsweise auf bestimmte Auslöser mit einem immer ähnlichen „Muster“ heftig reagieren, obwohl wir das eigentlich gar nicht wollen und wir unser Verhalten als überzogen wahrnehmen, können wir davon ausgehen, dass dies durch solche automatisierten Schemata beeinflusst ist. Young spricht auch von Lebensfallen, die sich wie ein roter Faden durch das Leben ziehen. Ziel eines schematherapeutischen Vorgehens ist es, den Ursprung solcher dysfunktionalen Schemata aufzudecken, ihre Wirkung auf die aktuelle Problematik zu verstehen und sie dann lösungsorientiert zu verändern.

Die Schematherapie ist eine Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie durch Jeffrey Young¹. Sie ist ein integrativer Ansatz, in dem Erkenntnisse von humanistischen Therapieformen, Bindungsforschung und Neurobiologie genutzt werden.

¹Jeffrey E. Young, Janet S. Klosko, Majorie E. Weishaar: „Schematherapie. Ein praxisorientiertes Handbuch“ Verlag: Junfermann 2005 ISBN 3-87387-578-0

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