Bietet Darmgesundheit den Schlüssel zum Verständnis der psychischen Gesundheit?
Ein bedeutender Anteil der Gesundheitsstörungen weltweit entfällt auf psychische Erkrankungen.
Sie sind
somit ein Anliegen aus gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und gesundheitlicher Sicht¹. Die
bislang
üblichen Behandlungen bestanden vorwiegend aus Psychopharmaka und Psychotherapien, doch immer öfter
zeigt die Ernährungspsychiatrie, dass die Ernährung eine Rolle beim Verständnis der psychischen
Gesundheit spielen kann. Die Ernährungspsychiatrie lässt darauf schließen, dass die Nahrungsmittel, die
wir konsumieren, einen bislang ungeahnten Einfluss auf die Stressbewältigung haben könnten. Neue Studien
zeigen, dass die Darmgesundheit einen bedeutenden Faktor für das Wohlbefinden und die Stimmung
darstellt.
Zahlreiche Studien in den vergangenen Jahrzehnten haben Zusammenhänge zwischen bestimmten Lebensmitteln und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit gezeigt. in einer Reihe von Untersuchungen wurde beobachtet, wie die Aufnahme bestimmter Nährstoffe oder Lebensmittel weit verbreitete psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen beeinflusst.²
Wie kann Darmgesundheit die Stimmung beeinflussen?
Das Darmmikrobiom ist ausschlaggebend für die Linderung von Entzündungen. Billionen von Bakterien leben in unserem Darm, und wenn das Gleichgewicht stimmt und die „guten Bakterien“ zahlreicher sind als die „schlechten“ Bakterien, tragen sie dazu bei, die Aminosäure Tryptophan in Serotonin umzuwandeln.³ Serotonin zählt zu den „Glückshormonen“, die das Wohlbefinden fördern. Ein niedriger Serotoninspiegel geht oft mit Depressionen einher³, und höhere Konzentrationen von schädlichen Bakterien beeinträchtigen die Serotoninproduktion. Durch eine gesunde Ernährung können Sie Ihre Darmgesundheit fördern und ein übermäßiges Wachstum dieser schädlichen Bakterien unterbinden. Dadurch können die guten Bakterien mehr Serotonin erzeugen und unsere Stimmung somit positiv beeinflussen. (Das richtige) Essen kann also wirklich glücklich machen!
Und welche Lebensmittel machen glücklich?
Das „Food and Mood Project“ hat kürzlich mit Unterstützung von Mind³, einem gemeinnützigen Verein für psychische Gesundheit, eine Umfrage durchgeführt. Dabei wurden bestimmte Lebensmittel erfasst, die entweder als „Unterstützung“ oder als „Stress“ wirken. Zu den Stressfaktoren zählen, was wohl kaum überrascht, Zucker, Koffein und Alkohol. Lebensmittel, die unsere Stimmung unterstützen, sind Wasser, Obst, Gemüse, Nüsse, Körner, Ballaststoffe, Vollkornprodukte und öliger Fisch. Versuchen Sie doch einfach einmal, ein paar Wochen lang gezielt mehr Unterstützer und weniger Stressfaktoren zu konsumieren, um zu sehen, welche Auswirkungen dies auf Ihre Stimmung hat. Selbst wenn Sie sich mit der Umstellung zunächst ein wenig schwer tun, ist eine glücklichere und positivere Stimmung bestimmt ein lohnendes Ziel!
